Getötet mit Schußwaffen von Sportschützen (1990 bis 2016)


Getötet mit Schußwaffen von Sportschützen (1990 bis 2016)

Sportwaffe als Mordwaffe (Winnender Schulmassaker)


"Der Mißbrauch legaler Waffen hat inzwischen mehr Opfer gekostet als der Terror der RAF. Doch die Politik ist erstarrt in Furcht vor der Waffenlobby und vor dem Ärger mit den Schützenvereinen im Wahlkreis.“

"Süddeutsche Zeitung", 21. September 2010


"Die Initiative 'Keine Mordwaffen als Sportwaffen!' hat eine erschreckende Todesliste recherchiert: Seit 1990 starben durch Waffen von Sportschützen mehr als zweihundert Menschen."

„Fakt“, ARD, 1. März 2016


hier Opferliste mit Fallschilderungen und Quellen (pdf-Datei)

Februar 2016Westerheim (Allgäu)ein Toter
Januar 2016Oberauracheine Tote
Dezember 2015Bayreuthzwei Tote
August 2015Rostockeine Tote
August 2015Pfarrkircheneine Tote
Juli 2015Leutershausenzwei Tote
Juni 2015Falkenstein (Harz)ein Toter
Juni 2015Hannoverein Toter
April 2015Kölnein Toter
März 2015Lengefeldeine Tote
November 2014Schwiegershausenein Toter
Juli 2014Lübeckzwei Tote
Mai 2014Bielefeldzwei Tote
Februar 2014Stuttgarteine Tote
November 2013Langenselboldeine Tote
Oktober 2013Ingolstadt ein Toter
September 2013Berlineine Tote
August 2013Brandenburg (Havel)ein Toter
August 2013Dossenheimzwei Tote
Juli 2013Ennepetaleine Tote
Juli 2013Wilflingen (Krs. Rottweil)ein Toter
Juni 2013Idar-Obersteinein Toter
April 2013Hamelnein Toter
März 2013Recklinghauseneine Tote
Januar 2013Schwabacheine Tote
Januar 2013Ingelbachzwei Tote
Januar 2013Eberbachzwei Tote
Oktober 2012Coburgeine Tote
August 2012Halleein Toter
Juli 2012Karlsruhevier Tote
Januar 2012Rostockeine Tote
Juni 2011Hauneckeine Tote
Juni 2011Euskircheneine Tote
April 2011Hamburgein Toter
März 2011Genthindrei Tote
Januar 2011Plochingenein Toter
Oktober 2010Jülicheine Tote
September 2010Lörrachdrei Tote
August 2010Groitzschzwei Tote
Juli 2010Viechtacheine Tote
März 2010Anhausen (Krs. Neuwied)ein Toter
Februar 2010Sinsheimzwei Tote
Februar 2010 Ikendorf eine Tote
Juli 2009Bergisch-Gladbachzwei Tote
Juni 2009Reichshof-Alpeein Toter
April 2009Groitzschein Toter
April 2009Landshuteine Tote
April 2009Eislingenvier Tote
April 2009 Harmstorf (Krs. Harburg)ein Toter
März 2009 Winnendenfünfzehn Tote
Januar 2009 Gelsenkircheneine Tote
Dezember 2008Rheinedrei Tote
November 2008Rothenburg o. d. T.zwei Tote
September 2008Oberhausen (NRW)ein Toter
April 2008Aldenhovenein Toter
März 2008Deggendorfzwei Tote
Januar 2008Laudadrei Tote
Juli 2007Eching (Krs. Freising)eine Tote
Juni 2007Luckenwaldeeine Tote
Mai 2007Berlinein Toter
November 2006Karlsruheein Toter
März 2006Northeimein Toter
November 2005Altenstadt (Hessen)ein Toter
März 2005Leipzigeine Tote
Dezember 2004Wittenbergeine Tote
November 2004Dillingen (Saar)ein Toter
Oktober 2004Siegelsbacheine Tote
August 2004Nürnbergein Toter
Juni 2004Stuttgartein Toter
Mai 2004Hamelneine Tote
Februar 2004Herbrechtingeneine Tote
November 2003Gubenein Toter
November 2003Reinheim (Hessen)eine Tote
November 2003Völklingenzwei Tote
Oktober 2003Quedlinburgein Toter
Juli 2003Retzoweine Tote
Juni 2003Berlineine Tote
Mai 2003Ludwigshafendrei Tote
März 2003Berlineine Tote
März 2003Niederbrombachein Toter
September 2002Pentlingzwei Tote
Juli 2002 Bexbachein Toter
Juli 2002 Bonneine Tote
April 2002 Erfurtsechzehn Tote
Januar 2002 Möhneseeein Toter
Oktober 2001Mössingenzwei Tote
August 2001Herrenberg ein Toter
Juli 2001Eppelborn zwei Tote
Juli 2001Königswinterzwei Tote
April 2001Kraichtaleine Tote
April 2001Upgant-Schottein Toter
Januar 2001Wittenbergeeine Tote
Dezember 2000Melbeckeine Tote
September 2000Denkendorf (Kreis Esslingen)ein Toter
Juli 2000Düsseldorfeine Tote
Juni 2000Friedrichsthal (Saar)eine Tote
Juni 2000Bornheimeine Tote
März 2000Brannenburgein Toter
Februar 2000Zweibrückeneine Tote
Januar 2000Sömmerdaein Toter
November 1999Bad Reichenhallvier Tote
Juli 1999Schwerinein Toter
Mai 1999Teteroweine Tote
Mai 1999Dillingen (Saar)/Sierck-les-Bainsfünf Tote
März 1999Dortmundein Toter
Januar 1999Bad Berkaein Toter
Dezember 1998Bad Klosterlausnitzein Toter
Juli 1998Bremerhaveneine Tote
Juni 1998Ribnitz-Dammgartendrei Tote
Mai 1998Grumbach (Glan)eine Tote
April 1998Biebesheimeine Tote
November 1997Schwedt (Oder)eine Tote
November 1997Osnabrückeine Tote
September 1997Wolfsburgeine Tote
August 1997Göttingenzwei Tote
Mai 1997Anger (Berchtesgadener Land)ein Toter
April 1997Sangerhausenzwei Tote
April 1997Bad Schwartauzwei Tote
April 1996Voerdeein Toter
Mai 1996Remseck-Hochbergeine Tote
Dezember 1995Braunschweigein Toter
August 1995Springeeine Tote
Dezember 1994Bad Kreuznachzwei Tote
Dezember 1994Berlinzwei Tote
Dezember 1994Sebnitzzwei Tote
Dezember 1994Prittrichingfünf Tote
März 1994 Euskirchensechs Tote
1994 Tornesch eine Tote
Dezember 1993Ebrach bei Bambergvier Tote
September 1993Tailfingen bei Tübingendrei Tote
August 1992Koblenzein Toter
Mai 1992Gifhorndrei Tote
Mai 1992Schwabachein Toter
1992Bad Griesbachzwei Tote
November 1991Sindelfingeneine Tote
Mai 1991Wedelein Toter
November 1990Moringenein Toter
August 1990Cuxhavendrei Tote


Eine Mutter am Grab ihrer Tochter, die beim Winnender Schulmassaker 2009 mit einer Sportwaffe erschossen wurde.
Eine Mutter am Grab ihrer Tochter, die beim Winnender Schulmassaker 2009 mit einer Sportwaffe erschossen wurde.


Jahr für Jahr werden in Deutschland Menschen mit Schußwaffen von Sportschützen getötet. Die hier aufgelisteten mehr als zweihundertdreißig Opfer sind nur ein Teil davon. Nach dem Winnender Schulmassaker im März 2009 wurden mehr als sechzig Menschen mit Waffen von Sportschützen erschossen, trotz der angeblichen "Verschärfung des Waffenrechts".

Zynischer Kommentar des Vizepräsidenten des Deutschen Schützenbundes, Jürgen Kohlheim, im Radio Bremen am 1. März 2012:

„Diese Statistik mit den über hundert Toten in zwanzig Jahren ist schlicht falsch. Es werden den Sportschützen Taten in die Schuhe geschoben, die mit Sportschützen überhaupt nicht zu tun haben. Ich darf zwei Beispiele nennen, einmal das Beispiel Lörrach: Da wird das Kind, das erstickt bzw. erschlagen worden ist, ebenso wie der Pfleger, der erstochen worden ist und danach erst erschossen worden ist, den Sportschützen in die Schuhe geschoben. Der Schießplatz Genthin hatte mit den Sportschützen überhaupt nichts zu tun. Und so läßt sich eine Vielzahl weiterer Punkte auflisten, in denen Herr Grafe einfach falsche Tatsachen behauptet. Insbesondere zählt er auch alle Selbstmorde, die mit Sportwaffen begangen sind, mit zu diesen Dingen. Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Das kann man eigentlich dazu nur sagen.“

Anmerkung dazu von Roman Grafe, Sprecher der Sportmordwaffen-Initiative:

Die Behauptung, wir hätten „alle Selbstmorde, die mit Sportwaffen begangen sind“, mit zu den Opfern tödlicher Sportwaffen gezählt, ist eine dreiste Lüge. (Wie soll man glauben, daß Sportschützen „besonders zuverlässige Bürger“ sind, wenn an der Spitze des Deutschen Schützenbundes Lügner sitzen?)
Was den Amoklauf in Lörrach betrifft („mit Sportschützen überhaupt nichts zu tun“), ist es so: Die Sportschützin Sabine R. hat dort im September 2010 mit ihrer Sportwaffe ihren früheren Ehemann erschossen und danach erst den gemeinsamen Sohn ermorden können. Dieses Kind zählen wir deshalb auch zu den Sportwaffen-Opfern, obwohl es nicht erschossen worden ist. Dr. Kohlheims Begründung, weshalb der Lörracher Pfleger kein Sportwaffen-Opfer sei („erstochen, danach erst erschossen“) ist derart grotesk, daß sich weitere Erläuterungen erübrigen.
Auf dem gemeinsamen Schießplatz von Jägerschaft und Schützenvereinen in Genthin („mit den Sportschützen überhaupt nichts zu tun“) erschoß Sportschütze Alexander B. im März 2011 zwei Sportschützen und den Platzwart.
Gleichwohl darf Dr. Kohlheim, wenn er mag, diese fünf von ihm geleugneten Sportwaffen-Opfer für sich privat wegrechnen. Bleiben noch immer mehr als hundertsiebzig nachgewiesene Opfer tödlicher Sportwaffen – bis März 2012.


Protest Schützentag
Potsdam, 26. April 2013: Am Jahrestag des Erfurter Schulmassakers findet in Potsdam der Deutsche Schützentag statt. Oberbürgermeister Jakobs (SPD) begrüßt aus diesem Anlaß Funktionäre des Deutschen Schützenbundes zu einem feierlichen Empfang im Krongut Bornstedt am Schloss Sanssouci. Am Eingang des Veranstaltungsortes erinnert die Initiative „Keine Mordwaffen als Sportwaffen!“, gemeinsam mit Vertretern der Potsdamer Fraktion „Die Andere“, an die „Opfer deutscher Sportschützen“: mehr als hundertneunzig Menschen, die allein in den vergangenen zwanzig Jahren mit Waffen von Sportschützen erschossen wurden. (siehe Artikel unter: http://www.pnn.de/potsdam/746557/)



Die Liste als PDF Dokument herunterladen

Deutschlandkarte - Opfer tödlicher Sportwaffen

Gedenken in Karlsruhe (11. Juli 2012)


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